Carol

Im pulsierenden New York der 1950er Jahre verlieben sich die junge, naive Therese (Rooney Mara) und die lebenserfahrene Society Lady Carol (Cate Blanchett). Der repressive Charakter der Zeit zwingt die beiden Frauen jedoch dazu, ihre Liebe zu verheimlichen.  Zunächst laufen die Geschichten Thereses und Carols parallel. Während die junge Therese gefangen ist in der Sinnsuche ihres Lebens, als Fotografin erste Schritte wagt und ihren Freund zunehmend auf Distanz hält, befindet sich Carol inmitten eines Sorgerechtsstreits um ihre Tochter. Längst ahnt ihr Mann den vermeintlich unmoralischen Lebensstil seiner Frau. Als Carol eines Tages im vorweihnachtlich verschneiten New York das Kaufhaus betritt, in dem Therese arbeitet, beginnen sich die Geschichten zu verbinden. Die Blicke, die sich die beiden Frauen binnen Sekunden schenken, machen sinnlich den Kern des Films erfahrbar: Sehnsucht, Begehren, Verführung und somit Gefahren, Geheimnisse und Einsamkeit. Scheinbar zufällig vergisst Carol ihre Handschuhe im Kaufhaus, woraufhin Therese Kontakt zu ihr aufnimmt und schließlich zu Carol nach Hause eingeladen wird. Hier beginnt die Reise: Zwei Frauen, ein Auto, zahlreiche Nächte in Motels. Schlicht eine Reise der Sinnlichkeit entgegen moralischer Normen. Eines Morgens erkennen sie jedoch, dass Carols Mann sie von einem Detektiv hat beobachten lassen. Und erneut greifen die gesellschaftlichen Schranken.

Mit großer Sorgfalt erzählt der Film von einer Liebe zwischen Frauen in einer Zeit, in der Emanzipation Jahre entfernt ist und Frauen schlicht als Accessoire an der Seite eines Mannes gelten. Die Verfilmung des 1952 zunächst anonym veröffentlichen Romans „Salz und sein Preis“ von Patricia Highsmith besticht vor allem durch die gewaltige Sprache der Bilder, durch den hohen Grad an Emotionalität und Sinnlichkeit, der in den Blicken der  beiden Frauen ruht.

Daniela Mahl

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